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Neues Krefelder Netzwerk forciert gemeinsamen Kinderschutz
Veröffentlicht am: 03.04.2025
Zum ersten Netzwerktreffen Kinderschutz kamen zahlreiche Krefelder Akteure aus verschiedenen Berufsgruppen zusammen, um Handlungsbedarfe zu benennen und den gegenseitigen Austausch zu forcieren.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Regelmäßiges Austauschformat für alle beteiligten Akteure
Krefeld baut seine Bemühungen um einen eng verflochtenen Kinderschutz weiter aus. Ein neues Instrument sind dabei halbjährlich stattfindende Netzwerktreffen, die alle beteiligten Akteure regelmäßig zusammenführen. Die Premiere dieses Formats am 26. März folgte einer konstituierenden Auftaktkonferenz für das Krefelder Kooperationsnetzwerk Kinderschutz im September vergangenen Jahres. Die nun über 50 Teilnehmenden decken ein heterogenes Berufsspektrum ab: Mit dabei waren Verantwortliche der Verwaltung, Polizei, Staatsanwaltschaft, freien Träger der Jugendhilfe, des Amtsgerichts, Gesundheits- sowie Sportwesens.
„Diese tolle Resonanz zeigt einerseits, wie gut der Kinderschutz in Krefeld bereits aufgestellt ist", erklärt Nathalie Reichelt, Netzwerkkoordinatorin Kinderschutz vom Fachbereich Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung. „Andererseits beweist das Interesse auch, wie viele Akteurinnen und Akteure im Gesamtkomplex Kinderschutz involviert sind. Die Netzwerkarbeit zielt darauf, diese Kooperationspartner enger aneinander zu binden und gemeinsame Qualitätsstandards zu entwickeln."
Gegenseitiger Austausch und Bedarfsabfrage
Das erste Netzwerktreffen diente zunächst dem gegenseitigen Austausch und Kennenlernen. Viele Berufsgruppen haben bislang nur entfernt miteinander zu tun. Hier fehlen bisweilen gemeinsame Arbeitserfahrungen und verbindende Strukturen. Eine anschließende Live-Umfrage unter den Teilnehmenden markierte drei Schwerpunktthemen: den Bedarf an interdisziplinärem Austausch und Kooperationsvereinbarungen sowie die Transparenz von Mitteilungswegen. „Die Orientierung an den tatsächlichen Bedarfen der Fachkräfte gehört für mich zu einem Netzwerk, das auf einen Austausch auf Augenhöhe angelegt ist. Sie sind es, die in ihrer alltäglichen Arbeit direkt mit den Familien und Kindern arbeiten. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Handlungssicherheit dabei wirksam zu erhöhen", sagt Nathalie Reichelt.
Die Gäste des Netzwerktreffens verteilten sich für die Bearbeitung der Schwerpunktthemen auf drei Arbeitsgruppen, um erste Handlungsbedarfe samt Lösungsansätze zu benennen. Dabei ergab sich ein vielschichtiges Ergebnisbild: Zum einen besteht eine hohe Nachfrage nach bereichsübergreifenden Dialogen und Angeboten, insbesondere im Gesundheitswesen, inklusiven Kinderschutz und bei Sporteinrichtungen. Wichtig seien außerdem digitale Plattformen, Leitfäden und Präventionsmaßnahmen, die Einbindung von jungen Menschen sowie der Austausch über bereits bestehende Schutzkonzepte. Darüber hinaus sprachen sich die Teilnehmenden für standardisierte Meldewege und verstärkte kollegiale Fallberatungen aus. So sollen Verfahrensabläufe transparenter und effektiver gestaltet werden.
Beim Thema Kooperationsvereinbarungen wurden Herausforderungen wie bürokratische Hürden, Unsicherheiten im Datenschutz und Personalmangel herausgestellt. Die Vereinbarungen, so der Tenor, sollten im Sinne einer optimierten Fallbetreuung künftig praxisnäher und prägnanter formuliert sein. „Die Teilnehmenden haben vor allem den Wunsch geäußert, in diesem Rahmen echte Fälle retrospektiv zu evaluieren. Das soll künftig ein wichtiger Bestandteil dafür werden, die Zusammenarbeit praxisbezogen weiterzuentwickeln und Standards im Kinderschutz zu optimieren", sagt Melina Demir, die als städtische Fachberatung für Qualitätsentwicklung eine der drei Arbeitsgruppen leitete.
Nächstes Netzwerktreffen am 10. September
Im abschließenden Resümee wurden die Ergebnisse aus den Gruppen im Plenum vorgestellt. Nathalie Reichelt leitet daraus im nächsten Schritt erste Handlungsmaßnahmen für die Netzwerkarbeit und das nächste Austauschformat am 10. September ab. Sie sagt: „Dieser erste Austausch bildet eine sehr gute Grundlage, um in Krefeld eine gemeinsame Haltung zum Kinderschutz zu gewinnen und die Handlungsfähigkeit zu stärken."
Mit dem neuen Krefelder Netzwerk möchte die Stadt Krefeld als Verantwortungsträgerin eine strukturelle Vernetzung und Synergieeffekte zwischen allen beteiligten Akteuren im Kinderschutz schaffen. Dazu gehören zum Beispiel regelmäßige Austauschformate und bedarfsgerechte Fortbildungsangebote. Die Grundlage ist das 2022 verabschiedete Landeskinderschutzgesetz NRW, das den Kinder- und Jugendschutz noch stärker in den Fokus stellt und Kommunen zu lokalen Kooperationsnetzwerken verpflichtet.