Inhaltsbereich

Rund 1.000 Menschen besuchen Integrationskurse in der VHS

Veröffentlicht am: 19.02.2025

Integrationsteam der VHS
Das Integrationsteam der Volkshochschule Krefeld übernimmt die Gesamtkoordinierung aller 58 Integrationskurse, die derzeit rund 1.000 Menschen besuchen.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Integrationskurse nehmen einen beträchtlichen Teil der täglichen Arbeit in der Volkshochschule ein

Ende des vergangenen Jahres hat die Volkshochschule (VHS) Krefeld ein bemerkenswertes Jubiläum erlebt. Sie hat den 400. Integrationskurs organisiert, seit dieses Format im Jahr 2005 mit dem Zuwanderungsgesetz eingeführt wurde. Eigentlich wollte Michael Schreiber, stellvertretender VHS-Leiter, diesen Anlass mit seinem zehnköpfigen Integrationsteam feiern. Allein fehlte bislang die Zeit dazu. Denn die Integrationskurse nehmen einen beträchtlichen Teil der täglichen Arbeit in der Volkshochschule ein. Dies hängt mit einer ungebrochen großen Nachfrage zusammen. Aber auch mit der überdurchschnittlich hohen Schlagzahl des Krefelder Weiterbildungsinstituts. Gegenwärtig realisiert die VHS 58 Integrationskurse mit 50.000 Unterrichtsstunden pro Jahr. Circa 1.000 ausländische Menschen nähern sich in Krefeld hierüber der deutschen Sprache und Kultur, die meisten von ihnen stammen aus Syrien, der Ukraine, Türkei und Afghanistan.

Im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge

„Das übergeordnete Ziel der Integrationskurse ist der Spracherwerb, damit die Menschen schnell in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden können", erklärt Michael Schreiber, der den Programmbereich gemeinsam mit Andrea Degroot verantwortet. Bei den Integrationskursen handelt es sich um eine deutschlandweit festgeschriebene Eingliederungsmaßnahme für Ausländer, die die VHS im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ausführt. In Krefeld bieten insgesamt sieben Institutionen Integrationskurse an, die Volkshochschule leistet die mit Abstand meisten. Wer die Kurse besucht, wird in der Regel von der Ausländerbehörde oder dem Jobcenter dazu verpflichtet oder berechtigt. Meistens sind dies Asylbewerber, Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis oder Duldung. EU-Bürgern stehen Integrationskurse auf Antrag zur Verfügung.

Der Weg für Kursteilnehmende an der VHS beginnt mit der offenen Beratung. Dieses Angebot gewährleisten montags bis donnerstags von 10 bis 12 Uhr jeweils vier VHS-Mitarbeitende und dient einer ersten Einstufung. Aktuell bietet die Volkshochschule folgende Integrationskurse an: allgemeine Integrationskurse, Alphabetisierungskurse, Elternkurse sowie Kurse für Zweitschriftlernende. Der am meisten verbreitete allgemeine Integrationskurs umfasst 700 Unterrichtsstunden inklusive Orientierungskurs. Er endet nach etwa einem Jahr bestenfalls mit dem Sprachzertifikat auf B1-Niveau. Teilnehmende absolvieren in der Regel von Montag bis Donnerstag täglich fünf Unterrichtsstunden, die den basalen lebensbezogenen Spracherwerb fördern. Das letzte der sieben Module legt den Fokus auf eine gesellschaftliche Orientierung. Dabei lernen die Teilnehmenden die Politik, Rechtsordnung, Kultur und Geschichte hierzulande kennen.

Jede Woche werden bis zu 100 Menschen vorstellig

Die Gruppenkurse mit maximal 25 Personen laufen mit Ausnahme der Schulferien ganzjährig. Um den Lebensrealitäten der Menschen gerecht zu werden, verteilen sie sich auf den Morgen, Nachmittag und Abend. Nahezu alle zwei Wochen endet und beginnt ein Kurs in der Krefelder VHS. 100 Personen stellen sich wöchentlich neu hierfür vor. „Damit leistet die Volkshochschule eine riesige Integrationsleistung. Die Kurse sind eine sehr sinnvolle Grundlage, um für den Berufs- und Lebensalltag in Deutschland gerüstet zu sein. Gerade in der Ankommensphase gewährleistet dieses Format den Menschen auch eine feste Tagestruktur und soziale Kontakte", sagt Andrea Degroot.

Für die hohe Nachfrage gibt es mehrere Gründe. „Vornean steht die weltpolitische Lage, deren Auswirkungen wir immer sehr schnell erleben", sagt Michael Schreiber. Er erinnert sich an das Jahr 2015, als die VHS erstmals die jährliche Marke von 40 Integrationskursen erreicht hatte. Oder an die Zeit unmittelbar nach Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine, als sich fast 1.000 Menschen binnen kürzester Zeit für einen Kurs anmelden wollten. „Ein wesentlicher Grund ist aber auch unser tolles, motiviertes Team. Das spricht sich in der Community um", sagt Schreiber. Das Integrationsteam der Krefelder VHS deckt den immensen Verwaltungsaufwand hinter den Kursen ab. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich jeden Tag um Beratungen, Eintestungen, Anmeldungen, die Abrechnung und die Gesamtkoordinierung.

VHS kann Infrastruktur gewährleisten

Darüber hinaus erfordern die Integrationskurse eine adäquate Infrastruktur. Die VHS kann dies mit einem Pool an 60 Dozenten und 18 Kursorten im ganzen Stadtgebiet gewährleisten. „Wir sind damit ein wichtiger Bestandteil im System der Bildungskette", sagt Michael Schreiber. Bei der aktuellen Taktung dauert es nicht mehr allzu lange bis zum 500. Integrationskurs der VHS in Krefeld. Spätestens dann möchten sich Michael Schreiber und sein Team aber auch eine kleine Feier erlauben.